Warum dein Gehirn dich betrügt und wie du das ändern kannst
00:00:08: Hi, ich bin Bianca und du bist hier im Mental-Server Podcast gelandet.
00:00:13: Dem Podcast über Alltagspsychologie und die ungeschönte Wahrheit darüber wie Menschen ticken wenn sie glauben logisch zu handeln!
00:00:21: Ich zeige dir, wie du die Mechanismen deines Gehirn verstehst bewusster reagierst und andere besser einordnet für klare Entscheidungen statt Autopilot.
00:00:32: also entscheide selbst bevor dein Gehirnes tut.
00:00:36: Auch in dieser Folge geht es mal wieder um etwas, das sicher nicht nur ich sehr gut nachvollziehen kann.
00:00:43: Jemand fragt dich etwas und noch bevor du überhaupt nachgedacht hast, hast du auch schon geantwortet?
00:00:48: Ja ja klar kein Problem!
00:00:51: Also wenn du ein Meister genau darin suchst, frag mich Ich kann mir ehrlich gesagt Dinge auf den Schreibtisch ziehen.
00:00:58: da haben andere noch nicht mehr daran gedacht mich zu fragen Ich hasse das, aber ich komme irgendwie super-super schlecht aus diesem Muster raus.
00:01:08: Genau und wenn auch dir das häufiger passiert dann fehlt dir und mir kein Rückgrat Und wir sind auch keine Weicheier.
00:01:16: Das muss ich natürlich zu meiner eigenen Verteidigung jetzt auch mal sagen.
00:01:19: Was uns fehlt ist Achtung!
00:01:22: Ein sicher Hitzabstand zwischen einem Reiz In dem Fall oft einer Frage und unserer Antwort.
00:01:30: Ja also willkommen beim Mental Server.
00:01:32: Heute geht es um das leiseste selbst Sabotagewort der Welt.
00:01:37: Ja, genau und eben auch darum dass das ganz oft gar nichts mit nett sein zu tun hat.
00:01:44: Also warum sagen wir so oft ja obwohl wir nein meinen?
00:01:49: Der Grund Nummer eins Dein Gehirn behandelt ein Nein fast schon wie eine Bedrohung.
00:01:56: also fangen wir eben mit dem Grund eben auch an.
00:02:00: Den vielleicht einige schon ahnen, weil es bei so vielen unserer Reaktionen eine große Rolle spielt und ich spreche hier von der Angst ja?
00:02:10: Sobald ein Nein im Raum steht und sei es eben nur gedacht da meldet sich das limbische System also genauer gesagt die Amygdala Und die kennt bei sozialen Situation eben nicht nur Fight Off Light Also Nicht Nur Kampf oder Flucht.
00:02:25: Ja Es gibt noch Noch eine weitere, aber ich rede jetzt hier mal von dem Anpassen.
00:02:31: In der Forschung oder eben in den Bereichen, da nennt man das auch das Fawn-Response also sozusagen auf Deutsch so beschwichtigen, eben anpassen ja?
00:02:41: Denn dein Gehirn bewertet Ablehnungen!
00:02:45: Auch die eigene, manchmal sogar unausgesprochenen Ablehungen kurzzeitig genauso gefährlich wie einen konkreten Konflikt.
00:02:54: Und der schnellste Weg, diese Bedrohung, diese potenzielle Bedrohrung verschwinden zu lassen ist ja ganz einfach!
00:03:01: Also nämlich Zustimmung und das macht dich in dem Moment sozial ungefährlich wenn du ja das lieferst was erwartet wird von dir und es hat eben nichts mit Charakter zu tun.
00:03:13: Das ist sozusagen ein Überlebensprogramm von früher.
00:03:18: Heutzutage kann das eben schon unausgesprochen oder in WhatsApp Nachrichten anspringen.
00:03:24: Genau, das ist der erste Grund und der zweite ist so eine Art Belohnungstaktik.
00:03:29: Ein Ja im Vergleich zu einem Nein was eine Bedrohung ist fühlt sich ein Jahr häufiger gut an ja?
00:03:36: Und zwar in dem Zeitpunkt wo du es aussprichst.
00:03:40: wenn du einen Nein aussprächst kommt die Belohnungen erst oft verzögert Und das ist etwas, was tatsächlich wenig auf dem Schirm haben.
00:03:47: Das ist also nicht nur Angst!
00:03:49: Das ist eine fiese Geschichte von deinem Dopamin-Belohnungssystem.
00:03:55: Dieses Jahr zahlt sich sehr schnell aus.
00:03:59: Der andere lächelt und die Spannung im Gesicht steht ja eine Frage im Raum.
00:04:05: Und vielleicht fühlst du dich eben in der Sekunde, wo Du Ja sagst und das Gegenüber Dich anlächelt als irgendwie super hilfsbreit total verlässlich.
00:04:14: Und eben einfach nett!
00:04:17: Und dieser kleine Wohlfühl-Mement diese Erleichterung, diese soziale Wärme eine kurze Nähe zum Gegenüber ja fühlt sich gut an.
00:04:29: Ein Nein in diesem Moment dagegen zahlt sich für dich meistens erst später aus, nicht in der Situation.
00:04:36: Also zum Beispiel eben der Freierabend den du dir damit frei hältst mit dem Nein.
00:04:41: Der ist aber erst in ein paar Stunden oder die Energie, die du am Wochenende nicht verschenkst weil du eben jetzt Nein sagst und nicht mit beim Umzug hilfst.
00:04:51: Oder der Auftrag, den du nicht unter Wert annimmst.
00:04:56: Und das Problem dabei ist dass dieses Später für dein Gehirn, sage ich mal eine Investition ist.
00:05:06: Die sich vielleicht gar nicht auszahlt.
00:05:08: also es ist nicht verlässlich dass diese Belohnung dann kommt.
00:05:12: Diese spätere Belohnungen der Gewinn und in der Psychologie da nennt man das oft so zeitliche Diskontierung auf dem Konto einzahlen Also der sichere sofortige Vorteil Die Erleichterung beim Gegenüber oder das Dankeschön, die Anerkennungen dafür.
00:05:33: Ja?
00:05:34: Die schlägt immer den größeren aber eben späteren Vorteil selbst wenn das eigentlich spätere der Größe also der Vorteil für dich größer und besser wäre.
00:05:45: Also frei nach dem Motto kennen wir jetzt joggen Naja dann haben wir keine Herzkreislaufprobleme in zwanzig Jahren.
00:05:54: Aber zwanzich Jahre sind lange hin Genau.
00:05:56: Das heißt, das Gehirn ist da, na ja, Diskontierung ein schlechter Buchhalter.
00:06:03: Ja?
00:06:03: Der nimmt lieber den Kleinkeks.
00:06:05: die schnelle Belohnung, dass kleine Lächeln als... Na ja!
00:06:09: Die Entspannung am Abend.
00:06:11: So.
00:06:11: Das heisst wir sagen nicht nur aus Angst, ja?
00:06:14: Wir sagen auch ja weil sich das eben als sehr schnelle sofortige Belohnungen auszahlt.
00:06:20: Während ich sag mal der Vorteil für das Nein Erststunden oder manchmal sogar Tage später kommt.
00:06:28: Und ein Vorteil logischerweise, den man sofort spürt... Naja!
00:06:33: Das bevorzugt das Gehirn.
00:06:34: Genau übertragen wir das eben mal kurz ins Berufsleben.
00:06:37: Ein Kunde fragt dich, kennen wir wahrscheinlich alle ob du das irgendwie vielleicht noch bis Freitag schaffen kannst und eigentlich ist dir klar, dass wird nichts.
00:06:46: Das schaffe ich nicht.
00:06:46: Das ist mega stressig.
00:06:48: Ja?
00:06:49: Was antwortest du?
00:06:50: Ja klar, das kriegen wir hin so Und in dem Moment ist das vielleicht sogar so ein kleiner Moment von Stolz, dass du das alles schaffst oder eben diese Anerkennung auch.
00:07:02: Oder einfach nur dieses super Danke dir!
00:07:06: Das fühlt sich halt gut an.
00:07:08: und die Rechnung dafür?
00:07:09: Die Nachtschicht wie leicht sogar weil du es dann irgendwie eigentlich gar nicht hinkriegen kannst, vielleicht sogar mit Qualitätsverlust Und ganz, ganz sicher auch ein Stück weit schlechte Laune.
00:07:20: Na ja spätestens Donnerstagabend ist es dann soweit.
00:07:26: oder noch ein anderes Beispiel.
00:07:27: das war jetzt ein zeitliches Beispiel.
00:07:29: gehen wir mal in die Finanzierung rein.
00:07:31: wenn da jemand sagt Das ist mir eigentlich zu teuer geht dass auch günstiger und auch hier du senkst den Preis bevor der das vielleicht zu Ende ausgeführt hat Nicht weil du davon überzeugt bist, dass das irgendwie auch in Ordnung ist, dass da wirklich noch was am Preis geht.
00:07:49: Sondern weil die Spannung, die da im Raum ist zwischen euch halt verschwindet sobald du sagst ja super kurzfristig entspannt langfristig dann aber mit solcher Taktik unterbezahlt So.
00:08:03: und ganz interessant dabei ist, dass das Gegenüber Kunden in dem Moment dieses reflexartige fast schon zu schnelle Jahr oft sogar spüren.
00:08:14: Denn so ein schnelles Jahr also dieses ohne drüber nachzudenken.
00:08:19: Das wirkt halt oft auch, na ja wie soll ich das sagen?
00:08:23: So ein bisschen unsicher und wenn man noch mal so darüber nachdenkt und kurz zögert und sagt lass mich mal nochmal kurz checken ob das realistisch ist, dass kann in dem Moment tatsächlich also Abgesehen davon, dass es den Vorteil hat, dass du dir da eben genau ein bisschen Luft verschaffst.
00:08:42: Tatsächlich sogar wie eine Form von Kompetenz oder Souveränität oder Professionalität sogar darstellen.
00:08:49: Deswegen das muss nichts Negatives sein.
00:08:52: und wie gesagt mit dieser kurzen Pause einfach nur dem Lass es mich kurz checken!
00:08:58: Ja.
00:08:59: Hast du eben diesen Sicherheitsabstand, den von dem ich vorhin gesprochen habe?
00:09:04: Also der zwischen Reiz und Reaktion.
00:09:08: Genau!
00:09:09: Und dieser Gedanke... Naja, Ich sag so oft ja weil ich nett sein möchte.
00:09:17: Das ist tatsächlich auch oft so eine Standardgeschichte, die wir uns alle gerne mal sagen.
00:09:24: Wenn man zu schnell jahre gesagt hat naja ich will ja höflich sein, ich will netz sein Ich will demgegenüber was hergeben natürlich stimmt das auch klar Ist es auch nett.
00:09:34: Aber wenn man da mal bisschen hinter guckt oder das was ich gerade erklärt habe und da auch ganz ehrlich ist, dass es nicht nur Nettigkeit dem anderen gegenüber.
00:09:44: Das ist ja auch eigennützig!
00:09:48: Also klingt jetzt krass aber sind zumindestens eigen nützige Mechanismen.
00:09:52: Wir wollen Angst vermeiden und wir holen uns damit eben so einen sofortigen Wohlfühlkick.
00:09:58: Und das Gemeine daran ist, wer dieses ständige Jahr als Charaktereigenschaft – also als Nettigkeit verkauft.
00:10:07: Nettlichkeit is ja was Feines!
00:10:09: Der Hinter fragt es damit auch nicht.
00:10:11: und wer aber erkennt dass da eigentlich ein Reflex arbeitet und auch was dahinter steckt der kann das.
00:10:19: mit bisschen Übung muss man schon sagen, der kann eben diese sofortigen Reaktionen nochmal stoppen.
00:10:26: Kurz, also wirklich kurz stoppen und kurz reicht dann manchmal schon um eben nicht gleich Ja zu sagen.
00:10:33: So wenn du auch so ein schneller Ja-Sager bist wie ich, dann kannst du dir aus dieser Episode hier ein paar Sachen mitnehmen.
00:10:42: Bau eine Pause ein!
00:10:44: Und diese ganz kleine von mir aus sogar wirklich Standardsatz der kann eben schon reichen.
00:10:51: Lass mich kurz überlegen.
00:10:53: Ich melde mich dann Und das reicht eben, um von diesem Reflex in eine wirklich aktive und damit auch sinnvolle Entscheidungen zu wechseln.
00:11:03: Und klar du kannst mal kurz reinfühlen wenn du ja sagst, du darfst dieses gute Gefühl anerkennung stolz, Erleichterung, Entspannung der Situation dem... Das kannst du wahrnehmen aber eben auch ein bisschen misstrauen.
00:11:19: Ja, das ist echt!
00:11:20: Das fühlt sich tatsächlich in dem Moment gut an aber ich sage mal aus den falschen Gründen ja es fühlt dich gut an, aber es ist kein Zeichen dafür dass das Jahr an der Stelle richtig war.
00:11:32: genau und was man noch machen kann zusätzlich zu dem Nicht-Jahr sagen ist für den ein oder anderen bisschen unbequemen Nein zu üben in ganz, ganz kleinen Situationen.
00:11:45: Also natürlich nicht beim größten oder bei großen Kunden der zeitlich irgendwas machen will.
00:11:51: Wenn aber dein Nachbar irgendwie sich schon zum dritten Mal in dem Monat deine Bohrmaschine ausleihen will oder ich weiß nicht das Kind fünfmal am Tag durch die Gegend gefahren werden möchte ja da kannst du hervorragend auch deinen Nein üben.
00:12:06: und Was ich mir immer wieder sagen muss, ist dass ein Nein tatsächlich selten – nicht nie aber selten die Beziehung wirklich gefährdet oder gar beendet.
00:12:18: Also da ist die Gefahr das irgendwie so ein aufgestautes, genervtes, so einen hinaus geplatztes Ja tatsächlich irgendwann mehr Schaden anrichtet als ein klares Nein.
00:12:30: Das heißt, dein und mein Ja – das darf etwas mehr wert sein.
00:12:35: Und das wird es eben nur wenn ein Nein eine echte Option ist.
00:12:42: Also denke dein Nein bevor dein Mund einen Jahr raushaut!
00:12:47: In diesem Sinne bis zur nächsten Folge in der es dann um Wudu, um Gehirnwäsche und um Menschenkenntnis geht.
00:12:54: Bis dann!